Aktuelles
Aus dem Leben eines Weinhistorikers …

Berlin, 1. Oktober 2026
Vor gut 25 Jahren wurde ein Buch zum Weltbestseller, das unter dem (deutschen) Titel „Wein und Krieg“ über das Schicksal der französischen Weinwirtschaft während der deutschen Besatzung (1940-1944) aufzuklären vorgab. Mittlerweile haben sich die meisten Vorgänge, die in dem durchweg effekthascherisch geschriebenen Buch geschildert werden, wenn nicht als frei erfunden erwiesen, so doch aber als höchst fehlerhaft dargestellt. Französische Historiker wie Christoph Lucand und Sébastien Durand etwa haben schon vor gut zehn Jahren ein Licht auf die nicht immer nur erzwungene Kollaboration von Repräsentanten der französischen Weinwirtschaft Teile geworfen – allerdings ohne Berücksichtigung der deutschen Überlieferungslage, was zu manch unterkomplexen Urteilen über einzelne Personen geführt hat. Dennoch: Je mehr Akten aus dieser Zeit auch in deutschen Archiven ans Licht kommen, desto unhaltbarer wird die „asterixhafte“ Erzählung von Don und Petie Klastrup. Im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes in Berlin etwa hat sich eine sehr deteilreiche Akte erhalten, die es ermöglicht, das Vorgehen des „Sonderführers“ für die Champagne, Otto Klaebisch (Sektkellerei MM, Eltville), zwischen 1940 und 1944 genauer zu analysieren. Im Staatsarchiv Bremen wiederum liegt der Nachlass des „Weinführers“ für Bordeaux, Heinz Bömers (Reidemeister & Ulrichs). Viel Stoff für eine seriöse, quellenbasierte Darstellung eines dramatischen Kapitels der deutsch-französischen Weingeschichte. Wer möchte es schreiben?
14. September 2026
Vino – Wein: Ein unvergesslicher Abend in Prag

Am Montag, dem 14. September 2026, lud Dr. Peter Reuss (Mitte), Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Tschechischen Republik, in das Palais Lobkowicz zu einem festlichen Abend zur Ehren der beiden Wein-Anthologien „Vino“ (1930) und „Wein“ (1933), die im vergangenen Jahr unter dem Titel “ Vom böhmischen Wein – Eine Huldigung an den Rebensaft“ im Prager Vitalis-Verlag erschienen sind. Zu einem Menü, das von dem Koch der Botschaft, Laurenz Krauss (rechts), zu ausgesuchten deutschen und tschechischen Weinen komponiert wurden, lasen die beiden Herausgeber des Buches, Dr. Daniel Deckers (3. v.r.) und Dr. Harald Salfeller, sowie der vormalige Tschechische Botschafter in Deutschland Dr. Tomáš Kafka Texte von Adolf Hoffmeister, Jaroslav Seifert, Karl Hans Strobl und Oskar Wiener. Unter den Gästen waren (v.l. ) Patrik Jaroš (Food Expert Group, Köln/Prag), Kristina Nicole (Sommelière, Prag), Katerina Steeger (Vinum Cultura, Gilching), Prof. Dr. Georg Prinz zur Lippe (Weingut Schloß Proschwitz) und die Direktorin der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, Katrin Stump. Nicht im Bild Berthold Kohler, Herausgeber der F.A.Z., Dr. Tomáš Kafka und Gattin, Dr. Harald Salfeller und Gattin, Josef Trávníček (Weingut Thaya) sowie die Botschafter der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Urs Bucher, und der Republik Österreich, Philipp Charwath.
